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Human centric organization

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Seit 20 Jahren beschäftige ich mich damit, Unternehmen dabei zu unterstützen, nutzerfreundliche und begeisternde Produkte und Services zu entwickeln. Ebenso war und ist es mir als Geschäftsführer bzw. Genosse wichtig, selbst in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem das Arbeiten meistens einigermaßen Spaß bringt. Glücklicherweise scheint beides grad in Mode zu sein: Kundenzentrierung, Design Thinking, Customer Experience auf der einen Seite, New Work, Employer Branding und Employee Experience auf der anderen Seite bzw. Conscious Capitalism, Purpose und Agilität als umfassendere Konzepte (um nur einige Begriffe / Buzzwords zu nennen).

Abgesehen davon, dass vieles davon „alter Wein in neuen Schläuchen“ ist, freue ich mich, dass viele der Dinge, die mich schon länger beschäftigen, nun endlich auf der Agenda stehen (das klingt jetzt hoffentlich nicht arrogant – ist ernst gemeint) und breit diskutiert werden. Was mich allerdings irritiert, ist, dass diese „neuen“ Konzepte zum Teil sehr statisch bzw. dogmatisch angewendet oder implementiert werden – wie bereits in einigen Artikeln hier im Blog erwähnt1, gibt es mittlerweile einige Firmen, in denen „Agilität“ zum Schimpfwort geworden ist. Grade bei einer starren Anwendung von „Agilität“ wird deutlich, warum derartige schablonen-hafte Ansätze problematisch sein können: Geht es doch im agilen Mindset u.a. um ein „Sowohl-als-auch“ statt eines „Entweder-oders“, was ebenso für den Ansatz an sich gelten müsste. Und genau, in unseren Projekten stellen wir immer wieder fest, dass es doch alles ganz anders sein kann, wenn Menschen im Mittelpunkt stehen. Dann je nach Kontext, Lebensphase, Organisationsstruktur, Charakter, Use Case etc. reagieren Menschen anders bzw. haben andere Bedürfnisse.

Geht es einem Unternehmen z.B. darum, sich stärker zu digitalisieren, müssen zwei Menschengruppen in den Fokus rücken:

  • Kund:innen, die die neuen digitalen Produkte oder Services gerne nutzen bzw. kaufen
  • Mitarbeiter:innen, die …
    • gefunden werden müssen, um die neuen digitalen Produkte oder Services zu entwickeln (ITler:innen, UXler:innen…) – diese stehen meist nicht so auf hierarchischen oder patriarchalen Strukturen oder Führungsstile. Sobald die Mitarbeiter:innen gefunden wurden, müssen sie auch gehalten werden 😉
    • eigenständiger denken und entscheiden müssen, um in einer VUCA-Welt2 die neuen coolen und innovativen Produkte und Services überhaupt entwickeln zu können
    • extrem motiviert an den entscheidenden Stellen der Customer Journey den Kunden immer wieder begeistern

Da es offensichtliche Abhängigkeiten zwischen der Customer und Employee Experience gibt, müssen diese parallel betrachtet werden. Wie dies gelingen kann, dazu mehr demnächst auf diesem Blog bzw. am 20.11. im consensa / uintent-Forum:

PS: Wer sich für die Probleme selbstreferentieller Ansätze interessiert, dem empfehle ich sehr das Buch „Gödel, Escher, Bach“ von Douglas R. Hofstadter.


Photo by Timon Studler on Unsplash

  1. z.B. https://employee-experience.de/2020/missverstandnis-agilitat-teil-2/
  2. VUCA steht für: Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity

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